Haushaltsrede 2026 – Sandra Lentfort

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Vreden lebt vom Engagement vieler Menschen – in Vereinen, Initiativen, Kirchengemeinden, im Sport, in der Jugendarbeit oder in der Flüchtlingshilfe.

Dieses Ehrenamt ist das Fundament unserer Stadt, hält unsere Gemeinschaft zusammen und verdient Anerkennung sowie politische Unterstützung. Dafür sagen wir als Grüne herzlich Danke.

Sandra Lentfort, Fraktionsvorsitzende

Bevor wir zu unseren kritischen Anmerkungen kommen, möchten wir eines klar festhalten: Das Produktbuch der Stadt Vreden ist eine fundierte und sorgfältig erarbeitete Grundlage für die Haushaltsberatungen. Es macht deutlich, wie vielfältig und verantwortungsvoll dieVerwaltung ihre Aufgaben – von Daseinsvorsorge über Bildung und Soziales bis hin zuInfrastruktur und Organisation – wahrnimmt.

Die klare Struktur, transparente Darstellung und eindeutige Zuständigkeiten zeigen den hohen fachlichen Anspruch und die Professionalität, mit der dieses Werk erstellt wurde. Dafür danken wir der Verwaltung ausdrücklich.

Dieses Lob ist uns wichtig. Denn unsere folgenden Anmerkungen richten sich nicht gegen die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Im Gegenteil: Sie bauen auf dieser Qualität auf. Gerade weil hier so fundiert gearbeitet wird, stellen wir die Frage, wie dieses Instrument künftig noch stärker zur politischen Steuerung genutzt werden kann – insbesondere mit Blick auf Klima, Nachhaltigkeit und langfristige Haushaltswahrheit.

Wir beraten heute nicht nur Zahlen, sondern politische Glaubwürdigkeit, Prioritäten und unseren Umgang miteinander.Wir erleben massive Umbrüche: eine sich zuspitzende Klimakrise, geopolitische Unsicherheiten, das Erstarken autoritärer Kräfte und eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung.

All das mag auf den ersten Blick weit entfernt erscheinen von kommunaler Haushaltspolitik. Ist es aber nicht.

Gerade in solchen Zeiten entscheidet sich, ob Demokratie trägt – und wo sie trägt. Und das ist zuerst hier, vor Ort. Kommunen sind keine Nebenschauplätze globaler Entwicklungen. Sie sind die Orte, an denen Vertrauen entsteht oder verloren geht. An denen Menschen erleben, ob Politik handlungsfähig, transparent und gerecht ist. Kommunalpolitik ist Demokratiesicherung im Alltag.

Und genau deshalb kommt der Art und Weise, wie wir Haushaltsberatungen führen, eine besondere Bedeutung zu.

Der Jahresabschluss 2024 weist einen Überschuss von rund 6,5 Millionen Euro aus. Das ist zunächst eine positive Nachricht. Zugleich müssen wir uns ehrlich fragen, wie dieser Überschuss zustande gekommen ist.

In den vergangenen Haushaltsberatungen wurde regelmäßig auf eine angespannte finanzielle Situation verwiesen. Unter diesem Eindruck wurden Anträge der Opposition abgelehnt oder vertagt. Am Ende zeigt sich dann wiederholt ein deutlich besseres Ergebnis als ursprünglich prognostiziert.Diese Diskrepanz erschwert eine offene und transparente Debatte. Wenn finanzielle

Spielräume erst im Nachhinein sichtbar werden, fehlt im Beratungsprozess die Grundlage für eine faire Abwägung politischer Prioritäten. Vorsichtige Planung ist richtig. Sie darf jedoch nicht dazu führen, dass Gestaltungsspielräume von vornherein ausgeblendet werden. Pufferplanung ersetzt keine nachhaltige Finanzpolitik.

Die Kommune ist die Keimzelle der Demokratie. Hier wird Demokratie konkret und erfahrbar. Hier kann aus abstraktem Misstrauen konstruktive Auseinandersetzung werden – wenn Mehrheiten bereit sind zuzuhören.

Gerade bei einer absoluten Mehrheit wie in Vreden gilt: Demokratie bedeutet nicht, Kritik ignorieren zu dürfen, nur weil man sie rechnerisch nicht braucht.

Opposition ist kein Störfaktor.
Opposition ist Teil demokratischer Qualität.

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani beschreibt in seinem Buch Die Misstrauensgesellschaft, wie sehr das Gefühl des Nicht-Gehört-Werdens Vertrauen untergräbt – und wie gefährlich das für den demokratischen Zusammenhalt ist.

Eine seiner zentralen Botschaften lautet: Investitionen müssen früh erfolgen. Dort, wo Vertrauen entsteht – in Kitas, Schulen, Nachbarschaften und Kommunen.Ja, Vreden steht energetisch insgesamt gut da. Das erkennen wir ausdrücklich an.

Aber angesichts des fortschreitenden Klimawandels reicht es nicht, sich auf Erreichtem auszuruhen. Der Klimawandel zeigt sich längst konkret vor Ort:

in längeren Hitzeperioden, aufgeheizten Innenstädten, versiegelten Flächen und zunehmenden Extremwetterereignissen. Klimaschutz und Klimaanpassung sind kommunale Daseinsvorsorge.

Und genau hier sehen wir ein zentrales Defizit:

Wir formulieren Ziele – aber wir messen ihre Wirkung nicht-
Wir sprechen von Energieeinsparung, benennen aber keine Kennzahlen.
Wir pflegen Grünflächen, erfassen aber keine ökologische Wirkung.

Wer steuern will, muss messen. Ohne Kennzahlen bleibt Politik Absicht – aber keine Strategie. Das ist kein Verwaltungsfehler. Das ist ein politisches Steuerungsdefizit.

Deshalb beantragen wir, das Produktbuch ab 2027 um verbindliche ökologischeWirkungsziele und Kennzahlen zu ergänzen und investive Maßnahmen künftig umAussagen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und langfristigen Folgekosten zu erweitern.Weitere Anträge liegen Ihnen vor:

Zur Erfassung und Entwicklung von Potenzialflächen für Biodiversität im Stadtgebiet – alsWeiterentwicklung der hervorragenden Arbeit unseres Bauhofs, dem wir ausdrücklich danken.

Zur Teilnahme am landesweiten Wettbewerb „Abpflastern“, um Entsiegelung sichtbar zumachen und positive Anreize für mehr Klimaresilienz zu setzen.

Und zur Weiterentwicklung der Mülltrennung, um ökologische Verantwortung auch im Alltag zu stärken.

Und damit kommen wir zur Bildung.

Unsere Grundschulen sind der Ort, an dem gesellschaftliche Realität zuerst ankommt. Besonders deutlich wird das an der Norbertschule – einer der größten Grundschulen im Kreis Borken. Die räumliche Situation ist seit Jahren stark belastet. Barrierefreiheit ist nicht gegeben. Provisorien sind zum Dauerzustand geworden. Der Ganztag wächst, die Anforderungen steigen – Räume fehlen.

OGS braucht Platz. OGS braucht Planung. OGS braucht Wertschätzung.Und wir müssen uns ehrlich fragen: Wo soll ab 2028/29 die ABC-Schule stattfinden?

Deshalb beantragen wir 25.000 Euro für eine erste Überplanung der Norbertschule – für eine fundierte Bestandsanalyse und zukunftsfähige, pädagogisch wie klimatisch sinnvolle Raumkonzepte.

Diese Anträge stehen exemplarisch für das, was wir insgesamt brauchen:

Nachhaltige Haushaltsführung statt taktischer Planung, messbaren Klimaschutz statt guter Absichten, frühe Investitionen in Bildung und Zusammenhalt und eine demokratische Debattenkultur, die Kritik ernst nimmt.

Grüne Kommunalpolitik heißt in dieser Zeit nicht, große Weltpolitik zu imitieren. Sie heißt, hier vor Ort Verantwortung zu übernehmen – für Stadtklima, Bildung, Transparenz und Vertrauen.

In diesem Sinne werden wir diesen Haushalt kritisch begleiten.

Artenvielfalt ist Heimat – schützen wir sie!

Das Summen der Bienen, das Zwitschern der Vögel, blühende Wiesen am Wegesrand – all das macht unsere Heimat aus. Doch diese Vielfalt ist bedroht.

Wir kämpfen dafür, dass Vreden bunter und lebendiger wird: mit mehr Blühflächen, naturnaher Pflege und echten Lebensräumen für Insekten und Tiere. Artenvielfalt beginnt vor unserer Haustür – und wir übernehmen Verantwortung.

Haushaltsantrag – Erfassung und Entwicklung von Potentialflächen für Biodiversität im Stadtgebiet Vreden

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt, im kommenden Haushalt Mittel für die systematische Erfassung und ökologische Aufwertung geeigneter städtischer Flächen bereitzustellen.

Zunächst möchten wir ausdrücklich die hervorragende Arbeit des städtischen Bauhofs würdigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen seit vielen Jahren kontinuierlich für ein gepflegtes, sauberes und stilvoll gestaltetes grünes Stadtbild mit bereits gutenBeispielen beim Thema Biodiversität in Vreden. Ihr Engagement, ihre Fachkenntnis und ihre Verlässlichkeit prägen maßgeblich die hohe Aufenthaltsqualität in unserer Stadt.

Der vorliegende Antrag versteht sich daher nicht als Kritik an der bisherigen Pflegepraxis, sondern als Weiterentwicklung im Sinne ökologischer Aufwertung und moderner Klimaanpassung – selbstverständlich in enger Abstimmung mit dem Bauhof.

Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Vreden beschließt:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, sämtliche geeigneten städtischen Flächen im Stadtgebiet hinsichtlich ihres Potenzials zur Förderung der Biodiversität zu erfassen und zu bewerten.

2. Große, ökologisch wenig wertvolle Rasenflächen sollen schrittweise umgewandelt werden in:

◦ artenreiche Blühwiesen

◦ Gehölzinseln mit heimischen Strauch- und Baumarten (wie z.B. im Stadtpark)

◦ Mini-Wälder (z. B. nach dem Miyawaki-Prinzip)

3. Für Planung, Umsetzung und angepasste Pflege sind entsprechende Haushaltsmittel einzuplanen.

4. Förderprogramme von Land, Bund oder EU sind aktiv zu prüfen und zu nutzen.

Begründung

Der fortschreitende Verlust der Biodiversität ist eine zentrale ökologische Herausforderung. Kommunen kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu, da sie über zahlreiche Grünflächen verfügen und deren Gestaltung maßgeblich beeinflussen können.

Im Stadtgebiet Vreden existieren größere Rasenflächen, die derzeit regelmäßig gepflegt werden, jedoch ökologisch nur einen begrenzten Mehrwert bieten. Durch eine gezielte Umwandlung können:

• Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger geschaffen werden

• das Mikroklima verbessert und Hitzeinseln reduziert werden

• langfristig Pflegeaufwand und Mähzyklen angepasst werden

• die Aufenthaltsqualität weiter gesteigert werden

Blühwiesen fördern Bestäuber, Gehölzinseln schaffen Strukturvielfalt und Mini-Wälder leisten einen Beitrag zur CO₂-Bindung und natürlichen Kühlung.

Weiteres Vorgehen

• Erstellung einer Prioritätenliste geeigneter Flächen

• Einbindung des Bauhofs in Planung und Pflegekonzepte

• Weitere Beteiligung von Schulen, Vereinen und Bürgerschaft und bestehende Beteiligung einbeziehen

• Jährliche Berichterstattung im zuständigen Ausschuss

Mit diesem Antrag setzt die Stadt Vreden ein Zeichen für aktiven Natur- und Klimaschutz – aufbauend auf der bereits hervorragenden Arbeit unseres Bauhofs und mit dem Ziel, dasgrüne Stadtbild ökologisch weiterzuentwickeln.

Nachhaltigkeit schafft Vertrauen

Politik darf kein Buch mit sieben Siegeln sein. Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu wissen, wofür Geld ausgegeben wird und welche Ziele verfolgt werden.

Mit einem klar strukturierten Produktbuch machen wir die Nachhaltigkeit kommunaler Finanzen verständlicher und Entscheidungen nachvollziehbar. Offenheit schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Basis lebendiger Demokratie.

Die vollständigen Anträge findest Du in der Ratsvorlage im Ratsinformationsdienst Vreden

Haushaltssteuerung weiterentwickeln – Verbindliche ökologische Wirkungszieleund Kennzahlen im Produktbuch ab 2027

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt, das Produktbuch der Stadt Vreden als zentrales Steuerungsinstrument der Haushaltsplanung ab dem Produktbuch 2027 verbindlich um ökologische Wirkungsziele und messbare Kennzahlen zu ergänzen.

Der Beschluss soll mit der Erstellung des Produktbuches 2027 in Kraft treten.

Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Vreden beschließt:

1. Nachhaltigkeit als verbindliches Querschnittsziel

1. Klimaschutz, Klimaanpassung, Biodiversität und Generationengerechtigkeit werden als verbindliche Querschnitts-Wirkungsziele im Produktbuch verankert.

2. Jeder Produktbereich weist künftig mindestens ein messbares Nachhaltigkeitsziel sowie eine entsprechende Kennzahl aus.

3. Sämtliche Produkte werden mindestens einem Nachhaltigkeitsziel (SDG-Bezug) zugeordnet. Grundlage bilden die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen.

4. Haushaltsvorlagen enthalten künftig eine verpflichtende Nachhaltigkeitsprüfung(„SDG-Check“), in der Auswirkungen auf Klima, Umwelt und langfristige Folgekosten dargestellt werden.

2. Produktbezogene Kennzahlen (beispielhafte Schwerpunktbereiche)

Die Verwaltung wird beauftragt, insbesondere in folgenden Bereichen geeignete Kennzahlen zu entwickeln, darzustellen und fortzuschreiben:

a) Gebäudemanagement

• Energieverbrauch kommunaler Gebäude (kWh/m²/Jahr)

• CO₂-Emissionen kommunaler Gebäude (t/Jahr)

• Anteil energetisch sanierter Gebäude (%)

• Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung (%)

b) Grünflächen, Stadtbildpflege und Bauhof

• Anteil ökologisch bewirtschafteter Grünflächen (%)

• Baumbestand und Neupflanzungen (Anzahl/Jahr)

• Anteil pestizidfreier Pflege (%)

• Entsiegelte Flächen (m²/Jahr)

c) Verkehr und Mobilität

• Modal Split

• Radverkehrsanteil (%)

• ÖPNV-Nutzungszahlen

d) Abfallentsorgung und -vermeidung

• Restmüllmenge pro Einwohner:in

• Recyclingquote (%)

• Bioabfallmenge pro Einwohner:in3. Investive Maßnahmen

Bei investiven Maßnahmen sind künftig verpflichtend Aussagen zu folgenden Punkten darzustellen:

• Auswirkungen auf den Klimaschutz

• Beitrag zur Klimaanpassung

• langfristige Folgekosten (z. B. Energie-, Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten)

Die Kennzahlen sind jährlich fortzuschreiben und dem im Rahmen der Haushaltsberatungen vorzulegen.

Begründung

Das Produktbuch ist das zentrale Instrument zur strategischen Steuerung des kommunalen Haushalts. Bislang stehen überwiegend finanzielle Kennzahlen im Fokus. Angesichts der Herausforderungen durch Klimawandel, Ressourcenverbrauch und steigende Energiekosten ist es jedoch notwendig, ökologische Wirkungen systematisch sichtbar und messbar zu machen.

Nur was gemessen wird, kann auch wirksam gesteuert werden.

Die verbindliche Verankerung von Nachhaltigkeitszielen schafft Transparenz, erhöht die Steuerungsfähigkeit und ermöglicht langfristig wirtschaftlich wie ökologisch verantwortungsvolle Entscheidungen. Nachhaltigkeit wird damit nicht als freiwilliger Zusatzverstanden, sondern als integraler Bestandteil kommunaler Haushaltsplanung.

Mit diesem Schritt stärkt die Stadt Vreden ihre Zukunftsfähigkeit und ihre Verantwortunggegenüber kommenden Generationen.

Mehr Grün statt Grau – Vreden atmet auf!

Jeder Quadratmeter Beton ist ein verlorener Quadratmeter Leben. Versiegelte Flächen heizen unsere Stadt auf, verhindern, dass Regen versickert, und nehmen Pflanzen und Tieren ihren Raum.

Wir wollen das ändern! Mit unserem Antrag zum „Abpflastern“ setzen wir uns dafür ein, unnötige Versiegelung zurückzubauen und neues Grün zu schaffen. Für kühlere Sommer, für mehr Lebensqualität – und für ein Vreden, das auch morgen noch lebenswert ist.

Teilnahme der Stadt Vreden am landesweiten Wettbewerb

„Abpflastern“ – Entsiegelung fördern, Innenstadt klimaresilient gestalten

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt, dass die Stadt Vreden am landesweiten Wettbewerb „Abpflastern“ teilnimmt und hierzu ein städtisches Entsiegelungsprogramm initiiert.

Begründung

Im Jahr 2024 gewann die Gemeinde Mettingen in der Kategorie „Kleinstädte“ den Wettbewerb „Abpflastern“. Der Wettbewerb würdigt Kommunen, die versiegelte Flächen zurückbauen und in klimaresiliente, begrünte Bereiche umwandeln.

Auch in Vreden sind große Flächen – insbesondere im Innenstadtbereich sowie aufprivaten Grundstücken – stark versiegelt. Angesichts zunehmender Hitzeperioden und Starkregenereignisse sind Entsiegelung und Begrünung zentrale Bausteine kommunaler Klimaanpassung.

Eine Teilnahme am Wettbewerb bietet:

• einen konkreten Anreiz zur Entsiegelung öffentlicher und privater Flächen

• eine Stärkung der Biodiversität im Stadtgebiet

• eine Verbesserung des Mikroklimas (kühlere Innenstadt)

• eine höhere Aufenthaltsqualität

• positive Öffentlichkeitswirkung für Vreden

Ziele für Vreden

• Rückbau unnötig versiegelter Flächen auf öffentlichen Grundstücken

• Förderung privater Entsiegelungsmaßnahmen

• Sensibilisierung für die Problematik von „Schottergärten“

• Beitrag zur Umsetzung eines kommunalen Hitzeaktions- und Klimaanpassungskonzepts

Konkrete Umsetzungsschritte

1. Offizielle Anmeldung der Stadt Vreden zum Wettbewerb „Abpflastern“.

2. Identifikation geeigneter kommunaler Flächen (Parkplätze, Nebenflächen, Randbereiche).

3. Auflage eines freiwilligen Bürgerprogramms zur Entsiegelung privater Flächen.

4. Öffentlichkeitskampagne unter dem Motto: „Vreden wird grüner“.

5. Prüfung möglicher Fördermittel des Landes NRW oder des Bundes.

Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Vreden beschließt:

1. Die Teilnahme der Stadt Vreden am Wettbewerb „Abpflastern“.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, geeignete Entsiegelungsflächen zu identifizieren und ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten.

3. Die Möglichkeiten zur Förderung privater Entsiegelungsmaßnahmen sind zu prüfen.

4. Über die Ergebnisse ist dem zuständigen Fachausschuss zu berichten.

Klimaanpassung beginnt vor der eigenen Haustür. Mit der Teilnahme am Wettbewerb „Abpflastern“ kann Vreden ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung, mehr Lebensqualität und aktiven Klimaschutz setzen.

Unsere Kinder verdienen die beste Zukunft

Schulen sind mehr als Gebäude – sie sind Orte der Chancen, der Neugier und des Miteinanders. An der Norbertschule braucht es klare Perspektiven und moderne Bedingungen, damit Lernen Freude macht und gelingt.

Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass unsere Kinder in einer Umgebung lernen, die sie stärkt und fördert. Denn Bildung ist der Schlüssel für ein starkes, gerechtes Vreden.

Bereitstellung von Planungskosten für eine Überplanung der Norbertschule

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt folgenden Beschluss:

Beschlussvorschlag

Im Haushalt 2026 werden 25.000 Euro für eine konzeptionelle Überplanung der Norbertschule eingestellt.

Die Mittel dienen:

1. einer fundierten baulichen und räumlichen Bestandsanalyse,

2. der Entwicklung eines pädagogisch tragfähigen und zukunftsorientierten

Raumkonzepts unter Berücksichtigung des Rechtsanspruchs auf

Ganztagsbetreuung,3. der Prüfung barrierefreier Lösungen,

4. der Einbindung klimagerechter und energieeffizienter Bau- und Sanierungsoptionen,

5. der Schaffung einer belastbaren Entscheidungsgrundlage für zukünftigeInvestitionen.

Die konzeptionelle Überplanung soll durch ein qualifiziertes Architekturbüro erfolgen.

Die Beauftragung ist entsprechend der vergaberechtlichen Vorgaben öffentlich auszuschreiben.

Die Verwaltung wird beauftragt, dem Rat die Ergebnisse der Überplanung einschließlich einer Grobkostenschätzung, möglicher Umsetzungsvarianten sowie einer zeitlichen Perspektive vorzulegen.

Begründung

Die Norbertschule ist eine der größten Grundschulen im Kreis Borken und trägt eine erhebliche Verantwortung für die Bildungs- und Betreuungsstruktur in unserer Stadt.

Die räumliche Situation ist seit Jahren stark angespannt. Provisorische Lösungen sind zum Dauerzustand geworden. Eine durchgängige Barrierefreiheit ist bislang nicht gegeben. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen:

• steigende Schülerzahlen,

• der Ausbau des Offenen Ganztags (OGS),

• der kommende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung,

• zunehmende inklusive und pädagogische Anforderungen.

Ab dem Schuljahr 2028/29 stellt sich zudem die Frage der räumlichen Unterbringung der ABC-Schule.

Ein weiteres kurzfristiges Reagieren auf akute Engpässe ist weder wirtschaftlich nochpädagogisch sinnvoll. Erforderlich ist eine professionelle, fachlich fundierte und langfristig tragfähige Gesamtplanung des Standortes.

Die beantragten Mittel dienen ausdrücklich der strategischen Vorbereitung und Entscheidungsfindung. Sie schaffen Planungssicherheit, Transparenz und eine belastbareGrundlage für verantwortliche Investitionsentscheidungen.

Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit und dengesellschaftlichen Zusammenhalt unserer Stadt.

Verantwortung beginnt beim Müll

Was wir wegwerfen, verschwindet nicht einfach. Müll betrifft unser Klima, unsere Umwelt und kommende Generationen.

Wir wollen eine faire, nachhaltige und zukunftsfähige Müllentsorgung für Vreden – mit mehr Recycling, besserer Information und gerechten Gebühren. Sauberkeit und Klimaschutz gehören zusammen. Und beides geht uns alle an.

Antrag auf Reduzierung des Leerungsturnus der Restmülltonnen und Überprüfung des Mindestrestmüllvolumens

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit stellen wir den Antrag, den Leerungsturnus der Restmülltonnen im Stadtgebiet Vreden von derzeit 4-wöchig auf künftig 6-wöchig umzustellen. Gleichzeitig beantragen wir eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung des festgelegten Mindestrestmüllvolumens (Liter pro Person und Woche).

Begründung

Durch konsequente Mülltrennung (Wertstoffe, Biomüll, Papier etc.) fällt in vielen Haushalten inzwischen deutlich weniger Restmüll an als noch vor einigen Jahren.

Beispiel aus einem Zwei-Personen-Haushalt:

• Kleinste verfügbare Restmülltonne

• Nach 4 Wochen lediglich ca. 10 Liter Restmüll

• 13 Leerungen pro Jahr à 7,64 € je Leerung

Eine Umstellung auf einen 6-wöchigen Leerungsrhythmus würde:• die Abfallgebühren für Bürgerinnen und Bürger spürbar senken,

• die Anzahl der Müllfahrten reduzieren und damit Emissionen verringern,

• einen zusätzlichen Anreiz zur konsequenten Mülltrennung schaffen.

Gerade vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten und notwendiger

Klimaschutzmaßnahmen erscheint eine Anpassung zeitgemäß und bürgernah.

Folgeanpassungen und Prüfaufträge

Im Zuge der Umstellung sollten folgende Punkte geprüft werden:

1. Anpassung des Leerungsturnus für Restmüllbehälter ohne roten Deckel von derzeit 2-wöchig auf beispielsweise 3-wöchig.

2. Prüfung praktikabler Lösungen bei größeren Haushalten (z. B. Möglichkeit einer zweiten Tonne bei regelmäßig gefüllter 240-Liter-Tonne).

3. Überprüfung und gegebenenfalls Neuberechnung des festgelegten Mindestrestmüllvolumens (Liter pro Person und Woche) unter Berücksichtigung veränderter Abfallgewohnheiten.

4. Berücksichtigung von Haushalten mit mehreren Personen, um eine flexible und sozial ausgewogene Lösung zu gewährleisten. Ziel sollte es sein, eine wirtschaftlich sinnvolle, ökologisch nachhaltige und für die Bürgerschaft praktikable Regelung zu schaffen.

Wir bitten den Rat der Stadt Vreden, diesen Antrag zu beraten und die Verwaltung miteiner entsprechenden Prüfung zu beauftragen.

Erhalt der Expressbuslinie X80 („Baumwollexpress“) und Übernahme in den Dauerbetrieb

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Vreden beantragt:

1. Der Rat der Stadt Vreden spricht sich ausdrücklich für den Erhalt der Expressbuslinie X80 („Baumwollexpress“) in ihrem vollständigen Linienverlauf aus.

2. Der Rat der Stadt Vreden setzt sich gegenüber dem Kreis Borken dafür ein, die Linie nach Ablauf des Probebetriebs im Jahr 2026 ohne Kürzungen in den Dauerbetrieb zu übernehmen.

3. Die Verwaltung wird beauftragt, diese Position gegenüber dem Kreis Borken und dem Kreistag – insbesondere im Vorfeld der Kreistagssitzung deutlich zu vertreten und denRat über den Fortgang zu informieren.

Begründung:

Die Expressbuslinie X80 („Baumwollexpress“) verbindet seit dem 01.09.2022 den südlichen Kreis Borken von Bocholt über Vreden und Gronau bis nach Bad Bentheim in Niedersachsen. Sie stellt eine leistungsfähige und schnelle überregionale ÖPNV-Verbindung auf der Nord-Süd-Achse des Kreises Borken dar und stärkt die Mobilität innerhalb des Kreises sowie über dessen Grenzen hinaus.

Besonders hervorzuheben ist der Anschluss in Bad Bentheim an den Bahnhof sowie an die IC-Strecke Berlin–Amsterdam, der die regionale und überregionale Mobilität erheblich verbessert. Die Linie ermöglicht damit eine direkte Anbindung des Westmünsterlandes an den Schienenfernverkehr.

Der Rat der Stadt Gronau hat sich am 21.02.2024 mit einer einmütigen Stellungnahme für die Verlängerung des Probebetriebs um zwei weitere Jahre ausgesprochen. DieserEmpfehlung ist der Kreistag gefolgt. Der insgesamt vierjährige Probebetrieb endet im Jahr 2026. Am 12.03.2026 wird der Kreistag über die Zukunft des Baumwollexpresses beraten.

Zur Entscheidung stehen:

• die Übernahme in den Dauerbetrieb ohne Anpassungen,

• eine Reduzierung des Linienwegs auf Bocholt–Gronau,

• eine Reduzierung des Linienwegs auf Bocholt–Vreden oder

• die vollständige Einstellung des Linienbetriebs.

Die Fahrgastzahlen der Linie zeigen ein kontinuierliches Wachstum und unterstreichen die zunehmende Bedeutung des Angebots für die Region. Vor diesem Hintergrund ist eine Reduzierung oder Einstellung der Linie nicht sachgerecht.

Ergänzende Begründung – besondere Bedeutung für die Stadt Vreden

Für die Stadt Vreden als Kommune am äußersten Rand des Kreises Borken besitzt die Expressbuslinie X80 („Baumwollexpress“) eine herausragende Bedeutung. Randlagen innerhalb eines Flächenkreises sind in besonderem Maße darauf angewiesen, gut und verlässlich an zentrale Versorgungs-, Bildungs-, Arbeits- und Verkehrsstandorte angebunden zu sein. Der Baumwollexpress leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag.

Die X80 verbindet Vreden nicht nur mit den südlichen und nördlichen Teilen des Kreisgebietes, sondern schafft zugleich eine direkte Anbindung an überregionale Verkehrsknotenpunkte. Insbesondere die durchgehende Verbindung bis Bad Bentheim mit Anschluss an den Schienenfernverkehr stellt für Vreden einen erheblichen Standortvorteil dar, der mit einer Reduzierung des Linienwegs verloren ginge.Für Bürgerinnen und Bürger aus Vreden eröffnet die Linie attraktive und zeitsparende

Mobilitätsoptionen für:

• Berufspendlerinnen und -pendler,

• Schülerinnen, Schüler und Auszubildende,

• Studierende,

• Seniorinnen und Senioren sowie

• Menschen ohne eigenes Auto.

Gerade für eine Randkommune ist ein leistungsfähiger ÖPNV ein wesentliches Instrument, um gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Kreisgebiet zu sichern. Eine Verkürzung oder Einstellung der Linie würde Vreden im Vergleich zu zentraler gelegenen Kommunen strukturell benachteiligen und die Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr weiter erhöhen.

Darüber hinaus stärkt der Baumwollexpress die Attraktivität Vredens als Wohn- undArbeitsstandort. Eine gute überregionale Erreichbarkeit ist ein zunehmend wichtiger Faktor bei Standortentscheidungen von Fachkräften, Familien und Unternehmen. Der dauerhafte Erhalt der Linie ist daher nicht nur verkehrs-, sondern auch struktur- und wirtschaftspolitisch von erheblicher Bedeutung.

Aus Sicht der Stadt Vreden ist es daher zwingend erforderlich, dass der Baumwollexpress in seinem vollständigen Linienverlauf erhalten bleibt und dauerhaft betrieben wird. Nur so kann gewährleistet werden, dass Vreden trotz seiner Randlage weiterhin gleichwertig am öffentlichen Verkehrsangebot und an der regionalen sowie überregionalen Mobilität teilhat.

Jeden ersten Sonntag auf die gute Seite wechseln!

Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können. … Di.Day

Wechselrezepte

Am 1. Februar findet der nächste DI.DAY statt. Zu den Wechselrezepten!